Wie wir die Tradition der Verantwortung fortsetzen.

Weitergeben.

In der Bäckerei Wolf werden nicht nur die Backgeheimnisse von Generation zu Generation weitergegeben. Auch die Maßstäbe des täglichen Handelns und die Verantwortung für die Mitmenschen sind vom Großvater bis zu den Enkeln verbindlich geblieben. Erni und Rainer Wolf haben die Qualität als oberstes Arbeitsprinzip übernommen und damit den guten Ruf der Bäckerei Wolf noch ausgebaut. Ihre Überzeugung wird von den Söhnen weiter getragen: Verantwortung bedeutet nicht nur beste Qualität in der Bäckerei, sondern auch Engagement für die Mitmenschen.

Herr Wolf, Sie engagieren sich gezielt hier vor Ort und haben auch Ihren Geschäftssitz hier. Was verbindet Sie mit Augsburg?

Rainer Wolf: Ich bin hier geboren und aufgewachsen, Das ist meine Heimat. Die Bäckerei Wolf wurde in Augsburg erfolgreich und sie hat deshalb hier ihren Sitz. Wir gehören hierher, seit vier Generationen. Wir wollen DER Augsburger Bäcker bleiben.

Sie haben die Bäckerei von Ihrem Vater übernommen. Was hat er Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Rainer Wolf: Mein Großvater kam 1931 nach Augsburg und machte sich mit einer kleinen Bäckerei selbstständig. Mein Vater Franz Xaver Wolf hat das Geschäft übernommen und in den fünfziger Jahren dann ganz neu organisiert. Er war ein Qualitätsfanatiker. Er hat alles genau gewogen und gemessen – das war damals noch gar nicht üblich. Mein Vater machte auch genau abgestimmte Ablaufpläne. Vor allem hat er erkannt, wie wichtig der Faktor Zeit in der Bäckerei ist. Absolut exakte Einhaltung von Teigreifungs- und Backzeiten, das war sein wichtigstes Credo. Damit hat er die Qualität und Frische erreicht, für die wir heute noch stehen. Ich habe das stets beherzigt und weiter ausgebaut. Auch unsere Söhne besitzen dieses Streben nach unbedingter Qualität.

Stichwort Übergabe – wie hat das bei Ihnen funktioniert?

Erni und Rainer Wolf: Als wir vor einigen Jahren den Bau der neuen Backstube erwogen haben, war uns klar: das machen wir nicht mehr für uns, sondern für die Zukunft der Jungen. Wir haben ihnen aber die Wahl völlig freigestellt, und letztendlich wollten beide mit der Bäckerei Wolf weitermachen. Sie haben dann nach und nach mehr Verantwortung übernommen. Wir beide arbeiten heute auch noch mit, aber viel weniger. Die Entscheidungen liegen bei Alexander und Stefan – und natürlich fragen sie uns auch mal um Rat. Wir sind ja als Familie eng und gut verbunden, das genießen wir sehr.

Frau Wolf, Kinder liegen Ihnen sehr am Herzen. Ihr Mann und Sie haben 1999 die Bäckerei Wolf Stiftung zugunsten des Bunten Kreises gegründet. Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend?

Erni Wolf: Als Mutter war es für mich immer wichtig, auch den Kindern zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Deshalb haben wir uns schon länger für den Bunten Kreis engagiert. Auf Anregung des Bunten Kreises haben wir dann mit der Stiftung eine Lösung gefunden, die eine fortlaufende Hilfe möglich macht. Wir stocken das Stiftungskapital regelmäßig durch Verkaufsaktionen auf und alle Erträge aus der Stiftung kommen dem Bunten Kreis zugute. Die Kreissparkasse übernimmt die Verwaltungskosten, so dass wirklich jeder Cent aus den Verkaufsaktionen bei den Kindern ankommt.

Sie beide wollen beruflich ein wenig kürzer treten. Was planen Sie denn für die ruhigeren Zeiten?

Erni und Rainer Wolf: Wir werden einfach ein bisschen mehr entspannen, uns Zeit für unsere Enkelkinder nehmen. Ab und zu eine Bergwanderung, ein paar Ausflüge. Große Reisen haben wir nicht vor. Wir machen sehr gern Urlaub in Bayern. Ganz ehrlich: wir sind am liebsten in der Heimat.

Erni Wolf
Erni Wolf
Rainer Wolf
Rainer Wolf
Betty und Xaver Wolf, 1958 und 1939
Betty und Xaver Wolf
1958 und 1939